Keyword-Recherche bedeutet, die Suchbegriffe Ihrer Zielgruppe zu sammeln, nach ihrer Bedeutung für Ihr Angebot zu bewerten und geeigneten Website-Seiten zuzuordnen. Ein brauchbares Ergebnis ist deshalb keine möglichst große Tabelle. Es ist eine begründete Auswahl: Welche Fragen beantworten wir, auf welcher Seite und mit welchem nächsten Schritt für den Leser?
Für kleine Unternehmen reichen zum Einstieg ein Tabellenblatt, Kundenfragen, die Google-Suchergebnisse und vorhandene Search-Console-Daten. Zusätzliche Werkzeuge können die Recherche erweitern. Sie nehmen Ihnen jedoch nicht die Entscheidung ab, ob ein Begriff zu Ihrem Angebot passt und ob Sie die dahinterstehende Aufgabe tatsächlich erfüllen können.
Den Rechercheauftrag eingrenzen
Schreiben Sie zuerst auf, welche Leistung Sie untersuchen. „Unsere ganze Website“ ist für den Anfang oft zu breit. Besser ist ein klarer Bereich, etwa die Wartung von Heizungsanlagen, die Vermietungsbetreuung oder ein bestimmtes Beratungsangebot. Ergänzen Sie Zielgruppe, Region und gewünschte Handlung. So wird aus einer offenen Ideensuche eine bearbeitbare Aufgabe.
Halten Sie zugleich Ausschlüsse fest. Ein Unternehmen, das ausschließlich Geschäftskunden betreut, muss nicht jeden Ratgeber für Privatkunden veröffentlichen. Ein Immobilienmakler ohne Mietverwaltung sollte Suchanfragen nach laufender Mietverwaltung nicht allein deshalb verfolgen, weil ein Tool dafür Nachfrage anzeigt. Relevanz beginnt beim tatsächlichen Leistungsangebot.
Diese Auswahl gehört in die übergeordnete SEO Strategie. Eine Recherche kann mehrere gute Themen finden, während Zeit und Fachwissen nur für eines reichen. Deshalb sollte bereits vor dem Sammeln klar sein, welche geschäftliche Entscheidung die Recherche vorbereiten soll.
Schritt 1: Die Sprache der Kunden sammeln
Beginnen Sie mit Formulierungen aus echten Gesprächen. Welche Probleme beschreiben Interessenten? Welche Voraussetzungen verstehen sie nicht? Welche Leistungen verwechseln sie? Notieren Sie zunächst die verwendeten Wörter, ohne sie sofort in die eigene Fachsprache zu übersetzen.
Geeignete Ausgangspunkte sind anonymisierte Fragen aus Erstgesprächen, Betreffzeilen typischer Anfragen, häufige Rückfragen zu Angeboten und die Suchfunktion der eigenen Website, sofern entsprechende Daten vorliegen. Diese Sammlung liefert Themenideen. Sie belegt noch kein Suchvolumen und sollte auch nicht als repräsentative Marktforschung bezeichnet werden.
Ergänzen Sie anschließend Varianten: Tätigkeit, Problem, Ziel, Zielgruppe und Ort. Aus „Immobilienbewertung“ könnten beispielsweise Fragen nach Ablauf, benötigten Unterlagen und dem Unterschied zwischen verschiedenen Bewertungsanlässen entstehen. Nicht jede Variante benötigt eine eigene Seite. Zunächst geht es darum, das Spektrum möglicher Bedürfnisse sichtbar zu machen.
Auch Suchvorschläge und verwandte Fragen können Anregungen geben. Behandeln Sie sie als Ideenquelle. Dass ein Vorschlag erscheint, sagt noch nicht, wie viele passende Kunden danach suchen oder ob sich eine eigene Veröffentlichung lohnt.
Schritt 2: Vorhandene Suchkontakte nutzen
Wenn Ihre Website bereits Suchkontakte erhält, sehen Sie in der Google Search Console nach, für welche Suchanfragen und Seiten diese entstehen. Der Leistungsbericht unterstützt unter anderem die Dimensionen Suchanfragen und Seiten sowie Filter nach Zeitraum und Suchtyp. Die offizielle Dokumentation erklärt die Auswertung.
Untersuchen Sie zunächst eine wichtige Seite. Welche Begriffe passen zu ihrem Zweck? Welche unerwarteten Fragen tauchen auf? Gibt es Begriffe, für die die Seite zwar erscheint, die sie aber nur oberflächlich behandelt? Solche Hinweise können eine Überarbeitung begründen, bevor Sie eine zusätzliche URL anlegen.
Sammeln Sie außerdem Begriffe mit und ohne Ihren Unternehmensnamen getrennt. Eine Suche nach Ihrer Marke hat einen anderen Ausgangspunkt als eine allgemeine Suche nach einer Leistung. Wenn beides ungeprüft vermischt wird, kann eine bereits vorhandene Bekanntheit wie neu erschlossene Nachfrage aussehen.
Fehlende Daten sind kein Beweis dafür, dass niemand nach einem Thema sucht. Eine neue oder bislang wenig sichtbare Website kann die Nachfrage nicht vollständig aus ihren eigenen Suchkontakten ablesen. Ergänzen Sie deshalb externe Beobachtungen und Kundenwissen, statt die vorhandenen Daten zum gesamten Markt zu erklären.
Schritt 3: Suchvolumen und Wettbewerb richtig lesen
Suchvolumen hilft, Begriffe grob einzuordnen. Es ist keine Besucherprognose. Im Google Keyword-Planer hängt die Kennzahl unter anderem von Zeitraum, Standort und Suchnetzwerkeinstellungen ab und umfasst ein Keyword sowie ähnliche Varianten. Die Werte sind gerundet. Dokumentieren Sie deshalb Quelle, Region und Zeitraum direkt in Ihrem Arbeitsblatt. Google erläutert die Messwerte.
Besonders wichtig ist die Spalte „Wettbewerb“: Im Keyword-Planer beschreibt sie den Wettbewerb der Werbetreibenden. Daraus folgt keine direkte Aussage darüber, wie schwierig eine organische Platzierung ist. Ein hoher Anzeigenwettbewerb und starke organische Ergebnisse können zusammen auftreten; es handelt sich trotzdem um unterschiedliche Beobachtungen.
Bewerten Sie unbekannte Zahlen als unbekannt. Setzen Sie keine Null ein, wenn ein Werkzeug keine verwertbaren Daten liefert. Bei regionalen oder spezialisierten Themen kann die Kundenfrage trotzdem relevant sein. Sie brauchen dann eine vorsichtigere Priorisierung, keine erfundene Präzision.
Vergleichen Sie auch nicht ungeprüft Daten verschiedener Anbieter. Wenn ein Werkzeug Begriff A höher einordnet und ein anderes Begriff B, prüfen Sie zunächst Zeitraum, Markt und Definition. Kleine Unterschiede sind selten ein guter Grund, eine fachlich wichtige Frage aus dem Plan zu streichen.
Schritt 4: Die Aufgabe hinter dem Keyword erkennen
Suchen Sie wichtige Kandidaten selbst und betrachten Sie die tatsächlichen Ergebnisse. Sehen Sie überwiegend Anleitungen, Anbieter, Produktseiten oder Vergleichsartikel? Müssen Nutzer etwas lernen, auswählen, berechnen oder unmittelbar anfragen? Der ausführliche Leitfaden zur Suchintention hilft bei dieser Einordnung.
Notieren Sie nicht nur den Seitentyp, sondern auch den Schwerpunkt. Zwei Ratgeber können dieselbe Grundfrage aus unterschiedlichen Perspektiven beantworten: für Anfänger, für eine bestimmte Region oder für einen konkreten Anwendungsfall. Prüfen Sie, welcher Blickwinkel zur Zielgruppe Ihres Unternehmens passt.
Eine Suchergebnisseite ist dabei eine Momentaufnahme. Zeitpunkt, Standort, Gerät und Suchverlauf können Ergebnisse beeinflussen. Google weist auf diese Unterschiede ausdrücklich hin. Hinweise zur Interpretation von Suchdaten. Ihre Beobachtung ist also ein Indiz für Erwartungen und Konkurrenz, keine dauerhafte Rangliste.
Vermeiden Sie den Reflex, nur die Länge anderer Seiten zu vergleichen. Eine kurze Seite kann eine kleine Aufgabe vollständig lösen. Ein umfangreicher Artikel kann trotz vieler Absätze die entscheidende Frage offenlassen. Lesen Sie deshalb einige relevante Ergebnisse tatsächlich, statt allein Überschriften zu sammeln.
Schritt 5: Begriffe zu Seiten bündeln
Gruppieren Sie Suchanfragen, die dieselbe Aufgabe verlangen. Nahe sprachliche Varianten gehören häufig in ein gemeinsames Themenpaket. Unterschiedliche Wörter können dieselbe Absicht ausdrücken; dasselbe Wort kann umgekehrt in verschiedenen Zusammenhängen vorkommen.
Prüfen Sie für jedes Paket zuerst bestehende Seiten. Passt eine davon bereits? Kann sie sinnvoll erweitert werden? Oder braucht das Thema wirklich eine andere Darstellung und einen eigenen nächsten Schritt? Dokumentieren Sie die Entscheidung einschließlich einer kurzen Begründung.
| Feld im Arbeitsblatt | Was Sie eintragen | Wozu es dient |
|---|---|---|
| Suchbegriff oder Frage | Wortlaut und relevante Varianten | Kundensprache erhalten |
| Bedürfnis | Lernen, vergleichen, anfragen oder navigieren | Passendes Format wählen |
| Angebotsbezug | Konkrete Leistung und Zielgruppe | Unpassende Reichweite vermeiden |
| Datenquelle | Kundenfrage, Search Console oder Recherchewerkzeug | Aussagekraft einordnen |
| Nachfragewert | Wert mit Region und Zeitraum, sonst „unbekannt“ | Vergleich transparent halten |
| Zuständige URL | Vorhandene Seite oder geplanter Seitentyp | Doppelarbeit vermeiden |
| Nächster Schritt | Überarbeiten, erstellen, beobachten oder verwerfen | Recherche umsetzbar machen |
Die URL-Zuordnung verhindert nicht jede Überschneidung. Sie macht aber sichtbar, wenn mehrere Teams nahezu dieselbe Seite planen. Bei unklaren Zuständigkeiten hilft die Prüfung auf Keyword Kannibalisierung, bevor Inhalte gelöscht oder zusammengeführt werden.
Ein illustratives Keyword-Paket durchspielen
Ein fiktiver Maklerbetrieb möchte Fragen zur Vorbereitung eines Immobilienverkaufs beantworten. Aus Gesprächen entstehen drei Kandidaten: „Unterlagen Hausverkauf“, „Hausverkauf vorbereiten“ und „Makler Haus verkaufen Stadt“. Für diese Beispiele werden bewusst keine Suchvolumina behauptet.
Die ersten beiden Formulierungen könnten sich stark überschneiden. Der Betrieb würde die aktuellen Ergebnisse und den tatsächlichen Informationsbedarf prüfen. Wenn beide hauptsächlich eine vorbereitende Checkliste verlangen, kann ein gründlicher Ratgeber die gemeinsame Aufgabe übernehmen. Ein zusätzlicher Text mit nur anderer Überschrift wäre wenig hilfreich.
Die dritte Formulierung deutet eher auf die Suche nach einem Anbieter hin. Dafür könnte eine Leistungsseite mit betreutem Gebiet, Ablauf und Kontaktmöglichkeit passen. Der Ratgeber erklärt die Vorbereitung und verweist bei Bedarf auf diese Leistung. Beide Seiten dürfen über den Hausverkauf sprechen, ohne dieselbe Funktion zu erfüllen.
Die endgültige Entscheidung hängt von den tatsächlich beobachteten Ergebnissen und vom Angebot ab. Das Beispiel ist kein Befund über eine konkrete Stadt. Es zeigt, wie aus einer Wortliste eine sinnvolle Seitenplanung wird.
Aus der Recherche einen umsetzbaren Auftrag machen
Wählen Sie am Ende wenige Themen aus, für die Sie fachlich gute Antworten liefern können. Übergeben Sie je Thema das zentrale Bedürfnis, die zuständige URL, wichtige Unterfragen, verlässliche Quellen und den gewünschten nächsten Schritt. Eine bloße Keyword-Spalte reicht für ein gutes Textbriefing nicht aus.
Beschreiben Sie außerdem, was die Seite nicht behandeln soll. Ein Ratgeber zu Verkaufsunterlagen muss keine vollständige Anbieterberatung enthalten. Solche Grenzen halten Texte fokussiert und erleichtern passende Verweise. Die Umsetzung erläutert der Beitrag SEO Texte schreiben.
Prüfen Sie vor dem Abschluss drei Punkte: Ist jede priorisierte Frage einem nachvollziehbaren Bedarf zugeordnet? Hat jedes Themenpaket eine verantwortliche Zielseite? Können Sie erklären, warum es wichtiger ist als die verworfenen Ideen? Wenn diese Antworten fehlen, braucht die Auswahl weitere Arbeit, auch wenn die Tabelle bereits viele Zeilen enthält.
Für einen Maklerbetrieb lässt sich diese Auswahl im Rahmen von SEO für Immobilienmakler mit den tatsächlichen Leistungen und Regionen abgleichen. Hilfreich sind dabei vorhandene Seiten und typische Fragen Ihrer Interessenten. Die Qualität der Recherche zeigt sich daran, ob daraus bessere Entscheidungen über Inhalte entstehen – nicht an der Größe des Exports.
Resources
- Google Ads: Keyword-Planer – Prognosen und bisherige Messwerte (Deutschland)
- Google Search Console: Leistungsbericht (Deutschland)
- Google: Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (Deutschland)