Interne Verlinkung verbindet Seiten innerhalb Ihrer Website. Sie hilft Besuchern, passende Informationen und nächste Schritte zu finden. Google nutzt Links außerdem, um neue Seiten zu entdecken und Zusammenhänge zu verstehen. Gute interne Links entstehen deshalb aus einer konkreten Frage: Welche Zielseite hilft dem Leser genau an dieser Stelle weiter?
Für eine kleine Unternehmenswebsite brauchen Sie dafür keine komplizierte Formel. Legen Sie fest, welche Seiten wichtig sind, sorgen Sie für erreichbare Links und beschreiben Sie das jeweilige Ziel verständlich. Google empfiehlt ausdrücklich, jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite der Website aus zu verlinken. Eine vorgeschriebene ideale Linkanzahl nennt Google nicht. Quelle: Link-Best-Practices.
Welche Links erfüllen welche Aufgabe?
Das Hauptmenü zeigt die wesentlichen Bereiche. Eine Navigation innerhalb eines Themenbereichs hilft bei der Auswahl von Unterseiten. Links im Fließtext beantworten eine Anschlussfrage. Eine Breadcrumb-Navigation zeigt, wo sich eine Seite im Aufbau der Website befindet. Diese Formen können einander ergänzen.
Ein Kontaktlink am Ende einer Leistungsbeschreibung hat eine andere Aufgabe als ein Verweis auf einen erklärenden Fachartikel. Der erste unterstützt eine Handlung, der zweite vertieft das Verständnis. Beurteilen Sie beide nach ihrem Zweck. Es ist wenig hilfreich, jede Verlinkung auf die gleiche geschäftliche Zielseite zu lenken, wenn Leser zunächst noch eine grundlegende Frage klären müssen.
Auch Links aus dem Footer können sinnvoll sein, etwa für Kontaktinformationen oder dauerhaft benötigte Unternehmensseiten. Ein sehr langer Footer mit allen erdenklichen Suchbegriffen schafft dagegen nicht automatisch eine verständliche Navigation. Fragen Sie bei jedem Eintrag, ob Menschen ihn dort erwarten.
Beginnen Sie beim Seitenbestand
Erstellen Sie eine Liste Ihrer vorhandenen URLs. Bei einer kleinen Website reicht zunächst eine Tabelle. Markieren Sie wichtige Leistungen, Übersichtsseiten und besonders hilfreiche Ratgeber. Erfassen Sie, welche Seiten dauerhaft bestehen bleiben sollen und welche nur eine zeitlich begrenzte Aufgabe haben.
Ordnen Sie jeder Seite ein Thema und eine Funktion zu. Eine Übersicht über Leistungen soll auswählen helfen. Ein Ratgeber erklärt. Eine konkrete Leistungsseite unterstützt die Entscheidung für ein Angebot. Diese Zuordnung macht sichtbar, wohin Links sinnvoll führen können.
Wenn mehrere Seiten praktisch dieselbe Funktion erfüllen, prüfen Sie zuerst die Überschneidung. Ein unklarer Seitenbestand lässt sich nicht allein durch mehr Links reparieren. Die Abgrenzung behandelt der Beitrag zur Keyword-Kannibalisierung. Für den übergeordneten Aufbau ist die Website-Struktur für SEO relevant.
Stellen Sie sicher, dass Links tatsächlich erreichbar sind
Ein klickbares Element ist nicht automatisch ein gut auslesbarer Link. Google empfiehlt ein HTML-Ankerelement mit einem href-Attribut und einer auflösbaren Zieladresse. Ein Element, das nur über ein Skriptereignis navigiert, ist weniger zuverlässig auslesbar. Dynamisch erzeugte Links können dagegen crawlbar sein, wenn sie das passende HTML-Markup verwenden. Quelle: Crawlbare Links.
Im praktischen Test sollten Sie einen Link öffnen und sein Ziel prüfen können. Bei individuellen Anwendungen ist zusätzlich ein Blick in die erzeugte HTML-Darstellung sinnvoll. Die technische Frage lautet nicht, ob ein Button modern aussieht, sondern ob er die gewünschte URL nachvollziehbar verknüpft.
Kontrollieren Sie mobile Menüs und aufklappbare Bereiche gesondert. Wenn ein wichtiger Seitenbereich am Smartphone fehlt, hilft eine funktionierende Desktop-Navigation den mobilen Besuchern nicht. Prüfen Sie die Aufgaben, die Menschen erledigen sollen, vollständig: vom Einstieg bis zum passenden Inhalt.
Schreiben Sie Ankertexte, die das Ziel erkennen lassen
Der Ankertext ist der sichtbare Text des Links. „Hier“ oder „mehr“ lässt häufig offen, was nach dem Klick folgt. „Unterlagen für die Immobilienbewertung“ benennt dagegen eine konkrete Erwartung. Google empfiehlt beschreibende, prägnante und für beide Seiten relevante Ankertexte. Quelle: Gute Ankertexte.
Das bedeutet nicht, dass jeder Link exakt dieselbe Suchphrase enthalten muss. Eine natürliche Formulierung darf sich nach dem Satz richten. Wichtig ist, dass der Text zum Ziel passt. Verwenden Sie nicht denselben allgemeinen Anker für völlig verschiedene Angebote, wenn dadurch die Unterscheidung verloren geht.
Vermeiden Sie außerdem ganze Absätze als Linktext. Ein kurzer, verständlicher Ausdruck ist leichter zu überblicken. Der umgebende Satz liefert den Kontext. Wenn Sie bereits beim SEO-Texte-Schreiben über Anschlussfragen nachdenken, entstehen passende Links oft ohne nachträgliche Umbauten.
Bei verlinkten Bildern verwendet Google den Alternativtext als Ankertext. Beschreiben Sie deshalb die Funktion des Bildlinks, soweit sie sich daraus ergibt. Ein Logo, das zur Startseite führt, benötigt eine andere Beschreibung als eine verlinkte Grafik zu einer ausführlichen Anleitung. Quelle: Ankertextplatzierung.
Arbeiten Sie mit einer Quelle-Ziel-Matrix
Eine Linkmatrix ist eine einfache Planungshilfe. Sie dokumentiert, von welcher Seite ein Verweis ausgeht, wohin er führt und welchen Nutzen er hat. Für den Anfang reichen die wichtigsten Seiten. Die Matrix soll Entscheidungen erleichtern, keine möglichst große Linkmenge produzieren.
| Ausgangsseite | Offene Leserfrage | Sinnvolles Ziel | Passender Anker |
|---|---|---|---|
| Übersicht der Leistungen | Welche Leistung passt zu mir? | Einzelne Leistungsbeschreibung | Name der konkreten Leistung |
| Ratgeber zur Vorbereitung | Wer kann die Umsetzung übernehmen? | Passende Leistungsseite | Beschreibung des Angebots |
| Leistungsseite | Welche Unterlagen werden gebraucht? | Unterlagencheckliste | Benötigte Unterlagen |
| Fachartikel mit Spezialbegriff | Was bedeutet der Begriff? | Begriffsdefinition | Der erklärte Begriff |
| Standortübersicht | Wer betreut meinen Bereich? | Tatsächlich passende Standortseite | Standort oder betreutes Gebiet |
Die letzte Zeile setzt voraus, dass die Standortseite die angekündigte Information tatsächlich enthält. Eine ausgetauschte Ortsbezeichnung genügt dafür nicht. Ebenso sollte ein als Checkliste angekündigtes Ziel eine brauchbare Liste liefern und keine allgemeine Werbung.
Illustratives Beispiel: Ein kleiner Ratgeberbereich
Stellen Sie sich ein Maklerbüro mit einer Leistungsseite zur Immobilienbewertung und drei Ratgebern vor. Die Ratgeber erklären Bewertungsverfahren, benötigte Unterlagen und den Unterschied zwischen Angebotspreis und Verkaufspreis. Bislang sind sie nur über das Veröffentlichungsdatum im Blogarchiv auffindbar.
Ein sinnvoller Umbau beginnt mit einer thematischen Übersicht. Von dort werden die drei Fragen klar benannt. Die Leistungsseite verweist an der passenden Stelle auf den Unterlagenratgeber. Der Artikel zu Bewertungsverfahren bietet einen Link zur konkreten Bewertungsleistung, nachdem er die Grundlagen und Grenzen erklärt hat.
Nicht jeder Artikel muss automatisch auf alle anderen verweisen. Der Text zum Angebotspreis erhält nur die Links, die für seine Argumentation oder den nächsten Schritt nötig sind. Das Ergebnis ist ein nachvollziehbarer Weg zwischen Wissen und Angebot. Daraus wird hier keine bestimmte Rankingsteigerung abgeleitet; das Beispiel zeigt eine redaktionelle Entscheidung.
Wer die Verbindung zwischen Ratgebern und Leistungen für ein Maklerunternehmen prüfen möchte, kann bei SEO für Immobilienmakler ansetzen. Hilfreich ist eine Übersicht der wichtigsten Seiten und der Fragen, die vor einer Anfrage regelmäßig entstehen.
Finden und behandeln Sie verwaiste Seiten
Eine verwaiste Seite besitzt keine internen Links, über die sie im untersuchten Seitenbestand erreichbar ist. Sie kann trotzdem in einer Sitemap oder über einen externen Link bekannt sein. Für Besucher ist sie jedoch schwer auffindbar. Vergleichen Sie deshalb nach Möglichkeit den CMS-Bestand, die Sitemap und die über Links erreichbaren URLs.
Prüfen Sie vor einer Reparatur, ob die Seite noch gebraucht wird. Ein wertvoller Ratgeber sollte einen passenden Platz erhalten. Eine veraltete Kampagnenseite benötigt möglicherweise eine andere Entscheidung. Nicht jede gefundene URL verdient neue Links, nur weil ein Werkzeug sie als verwaist meldet.
Achten Sie auch auf technische Varianten. Wenn interne Links verschiedene Adressen derselben Seite verwenden, sollten Sie die gewünschte Hauptversion klären. Google empfiehlt konsistente Verweise auf kanonische URLs. Das erleichtert die Zuordnung von Signalen zu einer bevorzugten Version. Quelle: Kanonische URLs festlegen.
Vermeiden Sie starre Linkregeln
Eine feste Zahl von Links pro Absatz oder pro tausend Wörter ignoriert den Inhalt. Ein kurzer Kontakttext braucht andere Verweise als eine umfassende Themenübersicht. Google nennt ausdrücklich keine magische ideale Linkzahl. Die praktische Grenze ergibt sich daraus, ob die Links noch unterscheidbar, relevant und hilfreich sind. Quelle: Interne Links.
Dasselbe gilt für streng abgeschottete Themenbereiche. Eine geordnete Struktur ist sinnvoll, aber ein hilfreicher Querverweis darf Themenbereiche verbinden. Wenn ein Bewertungsratgeber eine verständliche Erklärung zur Vorbereitung eines Verkaufs benötigt, sollte die künstliche Grenze eines sogenannten Silos den Leser nicht aufhalten.
Setzen Sie interne Links außerdem nicht vorsorglich auf nofollow, nur um eine vermutete Menge an „Linkkraft“ zu verteilen. Für die normale Navigation empfiehlt sich eine klare Verbindung zwischen passenden Inhalten. Technische Sonderfälle sollten aus einem konkreten Zweck entstehen und geprüft werden, nicht aus einer pauschalen Optimierungsformel.
So prüfen Sie die überarbeitete Verlinkung
Gehen Sie die wichtigsten Leserwege manuell durch. Beginnen Sie auf einer Ratgeberseite, dann auf einer Leistungsseite und schließlich auf einer Übersicht. Fragen Sie jeweils: Ist der nächste Schritt erkennbar? Passt der Anker zum Ziel? Ist das Ziel erreichbar? Gibt es einen nachvollziehbaren Weg zurück in den Themenbereich?
Dokumentieren Sie neue, entfernte und korrigierte Links. Prüfen Sie nach strukturellen Änderungen auch alte URLs und Weiterleitungen. Ein Link kann technisch funktionieren und trotzdem auf einen inzwischen unpassenden Inhalt führen. Die inhaltliche Kontrolle bleibt daher nötig.
Für die Wirkungsmessung sollten Sie technische Erreichbarkeit und Suchentwicklung unterscheiden. Eine behobene Verwaisung ist direkt überprüfbar. Eine Veränderung der Suchzugriffe kann zusätzlich durch Inhalte, Nachfrage oder andere Maßnahmen beeinflusst sein. Als Teil von OnPage SEO wird interne Verlinkung deshalb zusammen mit Seitenqualität und Struktur gepflegt, statt als isolierter Trick behandelt zu werden.
Resources
- Google: Link-Best-Practices (Deutschland)
- Google: Kanonische URLs festlegen (Deutschland)
- Google: SEO-Startleitfaden (Deutschland)